Montag, 26. Januar 2009

warum nicht...?

11:30. stadtbibliothek. mein magen knurrt. mein kopf wird immer schwerer. mittagessen? zu früh. kaffeepause? die letzte ist erst 10 minuten her. weiterlesen? auf keinen fall. internet? warum nicht...? ich suche. zunächst wahllos. dann immer gezielter. ungläubig schaue ich mich um. alle scheinen völlig von ihren eigenen bildschirmen aufgesogen. ich will auch... aber ich will bilder. bunte bilder. bilder, die sich bewegen, die mich bewegen. noch ein blick nach hinten. ich merke, dass ich dringend nachhause muss. die bibliothek ist kein ort für sowas. jedenfalls nicht heute. also mantel an. tasche unter den arm, raus in die kälte, rein in den bus und schnell zwischen die warmen vier wände. schon auf dem weg wird mir ganz heiss, trotz der kälte. ich will endlich raus aus dieser hose, runter mit all diesen klamotten und wieder vor den bunten bildschirm...

ich finde sehr schnell, was ich suche und lasse mir extra lange zeit. der ton bleibt aus. jalousien zu. gemütlich aufs sofa. langsam die hose runterziehen. bei der hüftbewegung reiben meine schamlippen aneinander, ganz ganz heiss und ganz ganz glatt. hmmmmm. die szene ist gut, sogar erstaunlich gut. ich wollte muschilecken sehen. und das kriege ich. aber nicht nur die frau, auch der typ ist lecker. er spielt mit ihren brüsten, ich mit meinen. er fängt an sie zu lecken und eigentlich leckt er mich. und er reibt ihren arsch. sie ist nach vorne gebeugt und er greift fest ihre arschbacken, um seine zunge immer wieder von ihrer muschi zu ihrem arschloch gleiten zu lassen. dabei knetet er ihre schenkel, spielt an ihrer klitoris, steckt ihr feuchte finger in den arsch und leckt sie dabei immer weiter. es scheint ihm zu schmecken. er saugt, er leckt, er steckt ihr die zunge in den po, so tief er kann. und die ganze zeit schaue ich zu, und bin schon ganz weit weg von meinen texten, von der bibliothek, von meinem sofa. nur noch da, zwischen meinen beinen, zwischen meinen brüsten, zwischen meinen schläfen. alles pulsiert. ich lecke an meinen fingern, greife mir selbst an den arsch, als wäre ich er, als wäre er da, werauchimmer, woauchimmer, hauptsache hier zwsichen meinen beinen. meine finger, glitschig und warm, gleiten von meiner klitoris in meine muschi und wieder in meinen mund. langsam lasse ich mir den arsch lecken, von meinen eigenen fingern. dann schneller. ich bin überall gleichzeitig. hmmmm. ich höre nur mich selbst - heftiger atmen. ich halte kurz inne, warte auf den moment, zögere ihn heraus. und dann nochmal spucke, langsam mit dem daumen auf der klitoris, dem mittelfinger in der muschi und der anderen hand am hintern, lasse ich nochmal und nochmal die feuchte zunge in mich eindringen, und komme.

warum nicht...?

Fast Car

Es war ein schwüler Abend im Sommer. Wir waren mit Freunden unterwegs und da es das Wetter erlaubte, düsten wir mit unseren Autos noch an den See.
Wir konnten die Hände nicht voneinander lassen, du und ich, wir waren eins und wollten es auch immer bleiben. Betrunken von Liebe. Das Auto vor uns war mit zwei Freundinnen bestückt, aber die bekamen wir gar nicht mehr mit. Du warst für mich die wertvollste schönste Frau der Welt und ich fühlte mich wie ebenso eine an deiner Seite.
Wir hielten am Seitenstreifen und guckten durch das Schwarz des späten Abends auf den See. Unsere Freunde hatten ihr Auto vor uns geparkt und waren schon ausgestiegen. Die Beiden waren ans Wasser gelaufen und warfen kleine Steinchen über die Wasseroberfläche. Sie riefen immer wieder unsere Namen, lachten laut und viel, aber wir hörten sie gar nicht. Ich hörte nur noch das Rauschen in meinem Kopf, der sich schon ausgestellt hatte und das Schwindelgefühl machte sich in meiner Bauchgegend breit, weil du mich erst mit deinen Blicken und danach mit deinen Händen auszogst.
Und du drücktest mich küssend durch das finsterschwüle Schwarz auf die Rückbank meines Autos und fingst an, mich leidenschaftlich zu vögeln. Die Rufe der anderen waren irgendwann verstummt und wir konzentrierten uns nur noch auf uns. Ich vögelte dich im selben Rhythmus wie du mich und unsere Lust explodierte nach einem heftigen Intermezzo auch im gleichen Takt.
Das Auto war filmreif wie bei "Titanic" von innen verdächtig beschlagen und wir rappelten uns auf und knöpften hastig unsere Hosen wieder zu. Beherzt stieß ich die Seitentür auf uns zog meine Frau aus dem Auto.
Unsere Freunde waren aber gerade auf dem Weg, schon zurück zu kommen, da ihnen das Spiel mit den Steinchen anscheinend zu langweilig geworden war und die Fahrzeugkolonne machte sich unschuldig wieder auf den Rückweg.

"Keller"

Eine halbe Portion Sex. Beziehungsweise Finger und Zunge. Beides war nicht gut und ich hab es doch mitgenommen. Der Typ war gut, die Situation eigentlich zu schraeg. Sie begann mit besoffenen Küssen auf dem Nachhauseweg. Morgens um 4 oder 5? Schon beim ersten Zungenschlag dachte ich, was haben wir hier? Kaugummikau-Contest? In meinem Mund? Und dann dachte ich, komm, lass die Ansprüche, es wird schon ok gehen. Und ich war zu geil um es zu beenden. Aus irgendeinem unerklaerlichen Grund gingen wir in den Keller des Hauses und zwischen Spinnenweben und alten, kühlen Betonmauern knutschten wir weiter. Die Zunge kaute weiter Kaugummi und der Finger, der sich bald schon den Weg in mich hineingebahnt hatte, voegelte wie ein Motor. Rein, raus, rein, raus. Schlimm genug, das mir das alles irgendwie egal war. Viel schlimmer, dass den Typen das so angemacht hat, dass er mit mmmm-Brummen den Finger aus mir rausnahm und in seinen Mund steckte und auch mich probieren ließ. Ich glaube, er fand das alles total geil. Irgendwann saß ich hockend da, die enge Jeans und Unterhose auf Knoechelhoehe, und liess ihn mir auch noch einen blasen. Auch keine aufregenden Meldungen von der Front. Trotz seiner schlechten Liebhaber-Kuenste war der Typ sonst so liebenswert, dass ich all das irgendwie auch im Nachherein noch ertragen konnte. Und wirklich, über die eigentliche Qualität sinnierte ich auch erst, als ich am nächsten Tag wieder nüchtern war. Gott sei Dank haben wir nicht gevoegelt. Gott sei Dank war seine Mutter bei ihm und ich zu Gast bei Freunden, Gott sei Dank hatten wir keine Kondome, weil sonst hätten wir. Und das wär vermutlich der schlechteste Fick in meiner Geschichte geworden.

Ich glaub, das Ganze hat Eindruck bei ihm hinterlassen. Ein paar Tage später bekam meine Freundin seine Anfrage, ob sie mir seine Emailadresse geben würde. Ich sei ja eine sehr Nette. Und da ich eine sehr Nette bin, schickte ich ihm gleich am nächsten Tag Frohe-Jahr-Wuensche.

Er schrieb zurück, nichts Aufregendes und dann, knapp ne Woche später krieg ich so eine liebenswerte „es zaubert mir ein Laecheln aufs Gesicht, wenn ich an den Abend denke“-mail. Ganz sweet. Und weil ich so eine Nette bin und so gut erzogen, sage ich „danke, sehr sweet“. Vorgestern allerdings kriege ich eine Email von ihm mit dem Betreff „…ist ein Himmelreich für Maulwürfe“. Ich denke erst, Alter -get over it und sehe dann, dass er mich als „Keller“ abgespeichert hat. Also „Keller“ und dann in Klammern meine Email-Adresse. Im Haupttext der Aufmerksamkeitshascher „Kuckuck“. Das hat mich fast kotzen lassen. Ich muss mich auch jetzt noch schütteln und danke dem Herrn dafür, dass es bei dieser halben Portion Sex geblieben ist. Hätte da sonst "Kellerfick“ gestanden? Oh hätte ich doch wenigstens nicht auch noch seinen Finger in meinem Mund gehabt...

Sonntag, 25. Januar 2009

zwischen schlüsselbein und ohrläppchen

der raum hatte die anmut einer einbauküche, aber das beeindruckte mich wenig. stattdessen war meine gesamte aufmerksamkeit auf einen geschwungenen nacken gerichtet, der sich - umrahmt von halblangem dunklem haar - unter meinem blick wand wie ein salamander in der heißen sonne. sie kochte oder machte den abwasch - ich achtete nicht darauf, lehnte stattdessen mit trunkenen sinnen und einem wohl dümmlichen grinsen am türrahmen und sog sie auf. ich stellte mir vor, wie ich scheinbar flüchtig ihren rücken streifen, mich fingerkuppe um fingerkuppe ihrem hüftknochen nähern würde, um letztlich meine handflächen auf ihren bauch zu legen. sie würde leise seufzen und ich würde mich mit meinem körper an ihren po und ihren rücken pressen, mein mund die süßeste einwölbung hinter ihrem ohr suchend. sie würde ihren kopf neigen, sich an mich lehnen und mit geschlossenen lidern ihre offenen lippen anbieten.
sie lächelte wissend und schaute mich - noch immer über herd oder spüle gelehnt - aus ihren augenwinkeln an, während sie ganz langsam ihre zunge über ihren mund gleiten ließ. ich schloss die augen und spürte sie plötzlich vor mir, an mir, auf mir. was auch immer sie vorher getan hatte, nun presste sie ein bein zwischen meine schenkel, drückte mich an den türrahmen und verschmolz mit den handvoll quadratzentimetern zwischen meinem schlüsselbein und meinem ohrläppchen. ich atmete schwer und spürte, wie sich wellen der erregung einen weg durch meinen bauch zwischen meine beine bahnten und dankbares stöhnen aus mir herausbrach...

dann wachte ich auf. enttäuschung machte sich breit und doch hatte ich genau das ganz real empfunden. könnte es sogar sein, dass träume oft aufregender und befriedigender sind als die wirklichkeit?

Samstag, 24. Januar 2009

Eros' Schreibkrampf

oder

Über die Angst, den ersten Eintrag auf Kuschelmuschel zu schreiben.


Hier sitze ich nun, ein langersehntes Projekt sieht mir helllila und passend mit einem Brötchen versehen ins verdutzte Gesicht und ich merke, wie schwer es mir fällt, als erste etwas zu schreiben. Nicht, dass es schwierig wäre, überhaupt etwas zu schreiben. Aber etwas über Sex zu schreiben, scheint auf einmal schwer. Ich sehe meinen Schatz an geschriebenen Kurzgeschichten durch und verwerfe alles. Der erste Eintrag soll ja keine Konserve von vor langer Zeit sein. Er soll neu und frisch und einladend für die anderen Mädels sein. Gut zu lesen, mit Witz, gern auch mit distanzierender Ironie, so dass meine kleine Scham nicht allzu stark zur Geltung kommt. Ich sehe im Geist meine letzten erotischen Erfahrungen durch und frage mich, wie, wer, geht das überhaupt?

Klar geht das. Eingeatmet. Los.

Wie es ist

Erwartungen sind die Vorstellungen, die ein Mensch davon hat, wie ein anderer Mensch in der Zukunft auf ihn oder seine Taten reagieren wird. Und zwar im Positiven. In keiner Hinsicht wird das deutlicher als beim Vorspiel. Das Vorspiel, diese herrliche Annäherung an das heiße, glitschige Nachspiel. Immer und immer erfüllt von der Erwartung von ihm, von seinem Schwanz. Alle Reize, all die Impulse hinter halb geschlossenen Lidern, laufen nur darauf hinaus, dass ihnen dringlich begegnet wird. Der Lichtblitz, wenn eine Nässe der anderen begnet, wenn man die eigene Tiefe spürt, wenn geglitten wird. Ein tiefes Einatmen, zuckende Wimpern, in der Luft verharrende Hände und dann: der erste Stoß. Perlmutt, Öl, helles Gold. Dunkelstes Rot, alle Kostbarkeiten der Welt. So ist das.