Montag, 15. Juni 2009

Erst bist du da. Dann bist du wieder weg. Wie sieht es eigentlich in dir aus? Du sagst, du beginnst, dich unwohl zu fühlen. Unwohl mit dem Geheimnis, das ich sein muss. Du sagst, du wolltest authentisch sein und kannst es nicht mehr. Du sagst, ich sei die einzige, zu der du überhaupt noch ehrlich bist. Aber was ist es, das in dir vorgeht, wenn du sagst, du musst dich auf dich besinnen? Sobald du weggehst, entgleitest du mir. Und mit dir mein Vertrauen in mein Gefühl. Sobald du weggehst, wirkt der Abgrund wieder erschreckend. Der Grat, auf dem ich balanciere, ist nichts als meine Begierde. Was ich begehre, kann ich nicht loslassen. Es zieht mich stetig zur anderen Seite.
Ich spreche von Ohnmacht und einer meiner schönsten Spiegel lacht mir offen und herzlich ins Gesicht. „Aber die kennst du doch. Du kennst sie in- und auswendig, diese Ohnmacht. Sie ist es, mit der du umgehen lernst, seitdem du beschlossen hast, Verantwortung für dein Leben zu übernehmen. Und sie ist es, die dich immer wieder heimsucht. Immer dann, wenn du etwas so sehr begehrst.“
Ein weiser Mann sprach kürzlich von den Dingen, die wir tun, und denen, die wir konsumieren, als ‚Gäste in unserem Haus’. Und wenn wir sie zu sehr wollen, werden wir – oft unbemerkt – selbst zum Gast. Wie kann man authentisch sein, wenn man bei sich selbst nur zu Gast ist?

Ich verstehe deine Regung.
Ich will versuchen, einen anderen Weg zu gehen.

Freude.
Meditation.
Dankbarkeit.
Mannomann!

Sonntag, 14. Juni 2009

muschiblick - aus gegenem anlass



wie man sich bettet, so schläft man: embed link /get code vom video in html einkopieren. viel spaß!

Donnerstag, 11. Juni 2009

Worte für die Zeit, die uns entrinnt

Da bist du wieder und riechst so gut, dass es mir den Verstand raubt. Du kommst mir näher, berührst meine Schultern, öffnest deine Arme und drückst mich an deinen grossen warmen Körper. Du durchdringst mich. Dein Atem auf meinem Hals, deine Stimme, deine Fingerspitzen… Ich will etwas sagen, will DANKE sagen. Meine Stimme versagt, mein Körper antwortet. Jede Berührung, jeder Hauch, jeder Kuss fließt direkt aus meinem Innersten auf deine heiße Haut. Ich fürchte nichts. Alles ist rund. Die Zeit steht still... und tut es doch nicht. So unfassbar, diese Leichtigkeit, und so vergänglich.

Dienstag, 9. Juni 2009

sound of white.

ich liebte ihre schwarz gerahmte brille und die art, wie sie ihr blondes haar streng nach hinten band. es gelang nie ganz, da ihre frisur immer etwas strohig wirkte und ich ihr beim küssen das haarband immer sofort abstreifte. wie auch den rest ihrer kleidung.
und dann standen wir oft da und betrachteten uns und unsere seele. es schien, als seinen wir körperlos, da wir nur dem inneren, wundersamen des anderen immer näher kommen wollten.
und es klappte gut.
ich besuchte sie in einer sommerwoche und wir hatten das haus in einem kleinen dorf in baden-würtemberg für uns. ich liebte ihren dialekt und die behutsamkeit, wie sie mit meinem wesen umging. ich liebte die musik, die sie mir zeigte und die art, wie sie den mozarella schnitt. wir schauten filme und weinten an den unterschiedlichsten stellen und erklärten uns, warum.
wir besuchten ihre mutter auf dem friedhof und ich war sie und sie war ich. wir hielten uns die ganze nacht und den ganzen tag, sie belächelte liebevoll meine ungestüme art und ich trug sie auf händen durch das ganze haus. wir frühstückten auf der terrasse und betrachteten unsere leben. wir schmiedeten pläne für die zukunft und im herbst zog sie nach berlin. sie tat alles, um mich zu sehen und für mich da zu sein. ich gab alles und nahm alles und wir umfassten unser ganzes sein wie ein wertvolles geschenk.
es sollte für immer sein.
und wir tanzten glücklich durch den herbst und durch den winter, kämpften kleine kämpfe gegen den rest der welt und kehrten in unserem wir ein um frieden und glück zu finden.
der sex war fantastisch, eben weil es direkt ins wesen ging und es nicht darum ging, irgendeine muschi zu ficken. ich wollte diesen mensch und ich wurde als mensch gewollt mit allen ecken und kanten.
wir redeten über alles, immer tiefer in unsere wesen hinein und es tat gut und ich fühlte, dass es ein schlüssel zum wahren glück war, dass wir gotteskinder sein mussten, weil wir uns begegnen durften.

viele tage gingen ins land und schafften die basis für eine perfekte beziehung. kein einengen, pures glück, pures vertrauen und als der nächste sommer ins land kam, kam ein neuer mensch.

ich weiß nicht, warum ich auf einmal dachte, ich müsste einen mann haben. ich war geschwächt von den vielen auseinandersetzungen mit meiner familie, ich war auf einmal unsicher, hörte geschichten von familien, die kinder kriegen konnten, ganz natürlich. schwanz + muschi = kind. ich konnte das nicht. und ich wurde unzufrieden, ängstlich und suchte nach schwächen bei ihr. und dieser bekloppte typ kontaktierte mich immer intensiver und ich kontaktierte zurück und missbrauchte das vertrauen meines glücks.
ich traf mich mit ihm und redete über meine ängst, über mein lücken-dasein, dass ich das gefühl hätte, nicht in diese welt zu passen.
er war da, er war verständnisvoll, er war tief, er war neu und letztendlich missbrauchte er meine unsicherheit. und ich missbrauchte sie auch. ich ließ sie allein um etwas neues zu beginnen und frage mich manchmal heute noch, wie alles passieren konnte.
der typ ist nun mein bester freund, da wir sexuell zu 0% zusammen passten und unser vorhaben, einen erotischen abend zusammen zu verbringen, mehr als nach hinten losging.

sie wohnt heute in nrw und hat keine strohigen haare mehr. sie glättet sie und trägt kontaktlinsen. außerdem färbt sie dunkelbraun bis schwarz und rennt ins solarium, um ihre blassheit loszuwerden. heute passt sie nicht mehr auf mich auf, sondern auf eine andere und das ist auch okay, weil wir unser glück wohl viel zu früh gefunden hatten, alsdass es ein ganzes leben ohne andere erfahrungen hätte halten können.
aber oft denke ich an sie.und ich versuche auch, auf einen anderen aufzupassen.

manchmal höre ich ihren dialekt am telefon, spüre einen teil von ihrem wesen in ihrer stimme und denke doch, dass sich alles verändert hat.
wir haben jetzt beide beziehungen, in denen wir wachsen. kein hundertprozentiges vertrauen, keine sicherheit und keine harmonie. aber wir wachsen. und manchmal denken wir an unsere geschichte. und ein teil meines inneren kindes sehnt sich noch manchmal nach ihrer beschützenden hand, nach dem gefühl, dass wir zwei gegen den rest der welt waren und dass wir wussten, was wir aneinander hatten.
mit ihr an meiner hand war ich der stolzeste mensch der welt, denn sie war mir das wertvollste.
manchmal möchte ich sie mitten in der nacht anrufen und fragen, wie es ihr geht, aber es ist alles zu lange her.
eine studie sagt, dass man im gesamten leben nur 2-3 mal die große liebe, die allumfassende, große liebe finden wird. und ich habe manchmal angst, dass sie irgendwann nochmal zurückkommt. mich ansieht und ich es wieder weiß. was ich versucht habe, seit 3 jahren zu verleben, das gefühl. das eine besondere. wie es mit ihr war.

Sex. Die Geschichte eines Jahrzehnts.

Unerwarteterweise hatte ich zum ersten Mal mit 18 Sex. Ich hatte immer gedacht, ich würde früher Sex haben. Irgendwas hielt mich davon ab. Konkret waren das dreckige, muffige Betten, Begegnungen mit Typen, die es nicht wert waren oder unmögliche Situationen. Unmögliche Situationen schlossen auch Sex in meinem Bett ein. Meine Eltern hatten nämlich ein Hochbett. Leider war das Hochbett direkt unter meinem Zimmer, ich konnte mir also lebhaft vorstellen, wie ich quasi anderthalb Meter über den Gesichtern meiner Eltern Liebe machte. Nee. Nee.

Ich erinnere mich daran, dass es mir nicht wichtig war, dass der Erste mein Freund war. Ich war der Meinung, Sex und Liebe hätten wenig miteinander zu tun. Deswegen suchte ich mir einen Entjungferer aus, einen bescheuerten Musiker. Jakob. Musiker standen ganz oben auf meiner Hitlist der potentiellen Deflorierer. Nicht nur, weil ich von unglaublich vielen Musikern umgeben war, sondern weil ich dachte, wer sein Instrument kann, kann auch Sex. Klar. Und wenn der Typ dazu auch noch bescheuert war (unlogisch, unberechenbar), umso besser! Jakob wollte nicht. Und sagte mir dann, dass das nichts mit mir zu tun hätte (?), aber die Frauen verliebten sich immer in ihn, wenn sie mit ihm geschlafen hätte. Außerdem müsste man beim ersten Mal immer so vorsichtig sein, da hätte er voll keinen Bock zu.

Tja. Also doch nicht. Ich weiß nicht, was mich mehr kränkte: die Annahme, dass alle Frauen, die mit Jakob Sex hatten, automatisch Sinn und Verstand verloren und von ihm und seiner Liebeskunst abhängig wurden oder den Fakt, dass er keine Lust hatte, vorsichtig zu sein. Dann ging ich ein Jahr auswandern. Ein Jahr keine Musiker. Dafür aber Sex.

“Es wäre mir eine ungeheure Ehre.” sagte Jim im Herbst des gleichen Jahres. Jim fand mich schön, attraktiv und witzig und war trotzdem nicht mein Freund. Jim war einer der Männer, die man immer treffen will. Einer, der Frauen auf Händen trägt und trotzdem sexy ist. Herrlich. Jim und ich hatten dann Sex, auf einem Futon. Es tat weh und es war nicht im geringsten so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte immer gedacht, Sex wäre so ganz arschgeil. So allumfassend glitschig und heiß und hart und geil. Ich hatte auch immer gedacht, Sex von hinten wäre ganz bestimmt das Maß aller Dinge. Ich schlief ein paar Mal mit Jim und wir hatten Sex von hinten. Es tat weh. Ich stellte fest, dass ich Sex wohl nicht konnte, ich kam nämlich nie. Ich glaubte auch immer noch nicht daran, dass es irgendeine Verbindung zwischen Liebe und Sex gab. Meine beste Freundin hatte nämlich auch ständig Sex ohne verliebt zu sein und kam immer.

Jim musste wieder zurück an die Ostküste und ich verliebte mich neu. In Michael. Michael war der Meinung, Sex müsste hart sein. Ich kannte nur Sex mit Jim und war verwundert. Dann wiederum tat der Sex mit Michael weh und der Sex mit Jim auch. Also, so schien mir, konnte ich ja nicht wirklich meine eigene Meinung haben, was die Härte des Sexes anbelangte. Michael war im übrigen auch bescheuert. Und ging zum Jahreswechsel weg, nach Südkalifornien. Zum Glück.

Dann traf ich Paulo. In Paulo war ich ein bisschen verliebt, vor allem, weil er aussah wie ein Mädchen. Paulo war schwul und wusste es nicht. Ich meine, wer ist denn bei der US Navy und hört Ani DiFranco? Er fand Sex mit mir unangenehm. Ich fand Sex mit ihm anstrengend. Er war so dünn und kantig, diesmal war es nicht der Sex der wehtat, sondern seine Ellenbogen. Dann war ich gestört genug, um die nächsten Jahre nicht zu wissen, wohin mit mir.

Meine Liste der Typen, mit denen ich fortan schlief, umfasste einen, mit dem meine beste Freundin und ich quasi zeitgleich pennten, ohne es zu wissen. Danach eine chaotische Baggage an One-Night-Stands, an die man sich nur beschämt und widerstrebend erinnert. Dann eine lange Beziehung mit jemandem, der eigentlich lieber Sex mit Männern und Peitschen hatte. Einen, der ständig Grenzen überschritt und mich anbrüllte, ich hätte ein Gewichtsproblem. Einen, der dachte, wenn er zu nett sei, dann würde er mit mir eine Beziehung eingehen müssen.

Meine Vorstellung von Sex änderte sich erst, als ich mit Ende zwanzig feststellte: bescheuerte Männer bringen’s nicht. Sex ohne Liebe bringt’s nicht. Sicherheit bringt’s, Alkohol nicht. One-Night-Stands bringen’s VOLL nicht. Sich stressen, weil man nicht kommt, bringt’s nicht. Muschi rasieren bringt’s voll. Sport machen bringt’s total. Die Seele bedingt mein Sexleben immer, egal ob ich will oder nicht.

Und dann lernte ich Seamus kennen. Seamus ist ähnlich wie Jim. Seamus verehrt mich und kommuniziert das. Außerdem hat er viel Respekt für mich und meine wunderliche Seele. Und dann gibt es wilden Sex, immer wieder, am Anfang ohne Unterlass. Der ganz schön nah an etwas rankommt, was ich schon mit 18 dachte: Sex ist ganz arschgeil. So allumfassend glitschig und heiß und hart und geil. Und Sex von hinten ist unumstritten das Maß aller Dinge. Und Junge, hat die Erkenntnis mal lange gedauert.