Montag, 25. Mai 2009

Penisverwirrung.

Und plötzlich waren fast zwei Monate vergangen dass sie mit diesem Mann schlief, der auch mit anderen Männern schlief. Beim allerersten Mal, nein, kurz vor dem allerersten Mal sagte sie noch zu ihm, „ich find das komisch. Die Vorstellung...“ Er lachte und fragte: „wirklich?“ „ja, WIRKLICH. Natürlich!“ Nach dem zweiten Mal hatte sie den Gedanken fast nicht mehr, beim dritten Mal war er weg. Kein einziges Mal während sie sich berührt hatten, miteinander gekommen waren, oder er ihr die Falte auf der Stirn gerade gestrichen hatte war ihr der Gedanke gekommen. Nicht ein einziges Mal hatte sie wirklich darüber nachgedacht, über dieses Phänomen, dass er bi war. Bi, zwei, beides. Dass er, genau wie sie auf Männer stand – ‚auch’ auf Männer stand. Bis zu diesem Tag, an dem er über jenen Typen sprach. Nicht, dass er nicht auch schon zuvor über diesen oder jenen Typen sprach, nur tat er es an diesem besagten Tag anders. Da kam das Komische daran zurück – keine Eifersucht, dafür war nichts konkret genug, dafür hatten sie für das, was sie miteinander hatten noch keine Kategorie definiert. Aber das Gefühl hatte etwas freudianisches. Es ähnelte der Eifersucht, aber war doch anders. Es war Hilflosigkeit darin in dem Gefühl, Wissen, dass das, was sie hatten in einer, ihrer Welt passierte, die mit der anderen, seiner anderen Welt nichts zu tun hatte. Es war, als schwirrten zwei Kreise, fremde Kosmen durch die Luft, die sich hie und da berührten um dann eine Schnittmenge für ihn zu kreieren. Sie kam in diesem anderen Kosmos nicht vor. Mit den alten Regeln der Prinzessin, die schöner ist und schlauer als alle anderen hinter den sieben Bergen, hatte dieses Gefühl nichts zu tun. Natürlich machte sie das hilflos und ratlos und natürlich kränkte es sie auch und doch war es okayer, als es in ihrer altbekannten Welt mit ihren altbekannten Regeln okay gewesen wäre. Sie entschloss, trotzdem und auch deswegen, es zu lassen mit der Körperlichkeit zwischen ihnen. In der Ahnung, dass dieses Gefühl, diese Verwirrung wiederkommen und vielleicht nicht gesund für sie sein würde. Zwei Wochen hielt ihr Vorsatz, sie übten sich in Freunde sein und verbrachten plötzlich 3 mal so viel Zeit miteinander wie zuvor. Und dann brach der Vorsatz zusammen und nur eine Woche später war alles wie am Anfang. „Ich find das komisch. Die Vorstellung...“ Er lachte und fragte: „wirklich?“ „ja, wirklich. Natürlich!“ Nach dem zweiten Mal hatte sie den Gedanken fast nicht mehr, beim dritten Mal war er weg, der Gedanke. Kein einziges Mal während sie sich berührt hatten, miteinander gekommen waren, oder er ihr die Falte auf der Stirn gerade gestrichen hatte. Nur glaubt sie zu wissen, dass es so weitergehen könnte. Im Augenblick ist es ihr egal.

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