Sonntag, 22. März 2009

Sex: The Annabel Chong Story

Wenn man mir vorgestern das Wort Sexsucht hingeschmättert und mich gefragt hätte, was mein erster Gedanke dazu ist, hätte ich gesagt ‚it’s a men’s thing’. Nicht das wir Ladies nicht auch gerne Sex haben, aber Sexsucht fällt in so eine männliche Kategorie für mich wie Krieg führen. Männer und Sexsucht, das war also vorgestern, das war bevor ich die Geschichte der Annabel Chang sah. Diese zierliche Frau mit ihrem runden, kindlichen Gesicht, die intelligent ist und voll Energie, die Kunst und Fotografie und Feminismus studiert, und sich innerhalb von 10 Stunden 251 mal vögeln ließ und damit einen Rekord aufstellte. Der Weg dahin begann am Campus ihrer Uni in L.A. Als sie alle Typen des Campus’s durch hatte und noch immer nicht gesättigt war von ihrem Hunger nach Sex, dachte sie, dann mach ich eben Pornos. Sie antwortete auf eine eindeutige Annonce und so zog Grace Quek als Annabel Chong, dieses zerbrechliche kleine Wesen ein in die große, dunkle Welt der Porno-Industrie. Es dauerte nicht lange, da waren alle Porno-Produzenten und Co-Darsteller um ihren kleinen Finger gewickelt. Sie, Annabel Chung war schon bald der Liebling der Industrie. Doch dann kam „The World’s biggest Gang Bang“ und die Frau, die Feminismus studierte, der Liebling der Porno-Industrie wurde über Nacht zur Porno-Legende. Fast sicher bin ich mir, dass die Typen, die auch heute noch zu the Gang Bang ejakulieren, sich relativ wenig um die Gender Theorien scheren, die Chong ihrem Gang Bang zugrunde legte. Für sie stand der GB als Herausforderung, die Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit, gerade im Kontext der zur Schaustellung von Sexualität auszuhöhlen. Sie als Frau war es, die die sexuelle Kontrolle hatte. Do they see it? Do they care? Do they actually give a shit?
In der Pre-Production zu „The World’s biggest Gang Bang“ hatte sie sich vorgenommen, an einem Tag 300 Männer durch sich passieren zu lassen. In expliziten Medien startete sie einen Aufruf an Männer und ein paar Wochen später lag sie auf einer Fick-Empore inmitten eines griechisch-antik angehauchten Sets. In Schlangen standen dort knapp 100 Männer, die nackt waren aber häufig noch ihre Socken und Schuhe trugen und sich einen rubbelten, um ihre Keule in ihren paar Sekunden Porno-Fame parat zu haben. Annabel Chong, die ihren Körper eingeölt hatte, ließ sich also ficken. Von einem, dem zweiten, dem nächste usw. Nach den ersten 50 fragte man sie, wie sie sich fühle. Sie lachte und sagte, sie wolle mehr, mehr, mehr. Es sei ja gerade mal der Anfang. Also ging es weiter - 251 Mal, bis Annabel Chong nicht mehr konnte. Das Rekord-Ziel von 300 war zwar nicht erreicht, trotzdem stellte sie mit 251 Ficks in 10 Stunden einen Weltrekord auf und löste eine neue Mode-Welle in der Porno-Industrie aus. Auch Aids wurde wieder fashionable in Porno-Kreisen, aber das nur als Fußnote. Doch was kommt als nächstes, was kommt nach den biggest Gang Bang? Das nächste Mal 400, dann 600, dann 1000? Je mehr, desto feministischer? Diese Frage interessierte mich wirklich. Was macht die Frau wohl heute- 10 Jahre nach diesem Dokumentarfilm? Sie, die jetzt wieder Grace heißt, hat Annabel Chong sterben lassen. Und ist hoffentlich das geworden, was sie immer sein wollte.

Ein großartiger Film, traurig auch, für mich persönlich nicht unbedingt Ausdruck der sexuellen Befreiung, aber das kann ja jede so nehmen, wie sie will. ‚Sex: The Annabel Chong Story (http://www.imdb.com/title/tt0181810/) - sehenswert und unterbewusst dann doch irgendwie inspirierend, denn ich hatte keine 12 Stunden später Sex. Mit einem Menschen, ganz ohne Rekord-Ambition und das war richtig gut.

K

2 Kommentare:

fleur de lys hat gesagt…

das mit der aushöhlung der konzepte von weiblichkeit und männlichkeit auf der porno-bühne kann ich nicht so recht nachvollziehen... und seltsam unerotisch finde ich die schlangestehenden sich einen rubbelnden männer. komische sache, diese unterschiedliche wahrnehmung aufgrund irgendwelcher überzeugungen.

Kuschelmuschel hat gesagt…

irgendwie ist das mit der feministischen theorie genau wie mit der bibel: abhängig vom standpunkt kann man alles damit erklären und entschuldigen. man muss nur genug phantasie haben. was 251 schwänze allerdings mit phantasie zu tun haben, will sich mir auch nicht recht erschließen. OUCH!