Mittwoch, 25. Februar 2009

nichts weiter.

Seine Zunge fuhr ihr über den Nacken, der so verspannt war, hoch zum Ohr. Ihr wurde schwindelig, alles so unerwartet, das war schön. Dann schon küsste er sie auf die Augen, auf die Stirn, die Schläfen. Sie war müde. Und wach. Beides gleichzeitig und er hatte verstanden. Alles kribbelte, Sternchen, die Luft frisch. Sie kuckte kurz in den Himmel, dann wieder ihm ins Gesicht. Er fragte sie lächelnd „gibste mir mal dein feuer?“ Sie schob ihre Hand langsam in ihre Handtasche, griff nach dem Feuerzeug und gab es ihm. Sie beobachtete, wie er es nahm, beobachtete, wie er die Zigarette noch zu Ende drehte, sie sich zwischen die Lippen steckte, anzündete. Ihr Blick folgte all diesen kleinen Bewegungen.
Als er ihr das Feuerzeug zurück geben wollte, schaute sie auf seine Finger und überlegte, ob sie die auf ihrer nackten Haut spüren wollte. Sie nahm es sachte und ließ die Flamme kurz aufflackern. Dann legte sie es zurück in ihre Tasche. "Was bisten heute so still?". Sie pustete die Asche des Unsichtbaren weg, lächelte und sagte, "nichts weiter, nur ein bisschen müde".

Freitag, 20. Februar 2009

Er schläft

Er schläft. Sie nicht. Wie so oft wünscht sie sich, er wäre wach. Wach, wollüstig und verlangend. Ihre Bedürfnisse stillend. Aber nein, auch wenn sie ihn länger anstarrt und begehrlich anblickt…. Er schläft, wacht nicht auf. Sollte sie ihn jetzt wecken, wird er ungehalten sein. Er mag es nicht, wenn frau ihren Gelüsten folgend seinen Schlaf stört. Sie will gevögelt werden und zwar hier und jetzt! Vergeblich!! Eine Flucht ins Traumland? - Misslingt. Sie dämmert vor sich hin. Und dort, dort im Schummermodus ist ER, der andere, mentale Liebhaber wieder.

ER aus der Vergangenheit. Der Mann, der so verboten ist wie die Frucht am Baum im Garten Eden. Der Mann, den sie sofort wieder vögeln würde, wenn da der Freund nicht wäre. Sie weiß, dass der ANDERE auch davon träumt. ER hat sich verraten. Jedoch ist auch ER in festen Händen. Als Partner will sie ihn nicht mehr. Aber sie will den Sex, sein Begehren, seinen Finger in ihrem Arsch. Sie erinnert sich an heißen, hemmungslosen Sex mit IHM…; unter der Dusche, auf dem Fußboden, im Schlafzimmer, im Wohnzimmer, überall. Sie beginnt sich bei diesem Gedanken selbst zu berühren, streichelt sanft über ihre Klit, bewegt ihr Becken rhythmisch dazu. Kontraktionen der Scheidenmuskulatur lösen wohlige Schauer in ihr aus. Sie erinnert sich daran, wie der andere sie berührt hatte. Zwei seiner Finger öffneten ihre Schamlippen und passierten den warmen, feuchten Eingang. Er nahm seine Zunge dazu, den Finger noch immer ihn ihrer Vagina, leckte er ihren Lustpunkt. Sie hatte damals gestöhnt.

Auch jetzt stöhnt sie! Sie öffnet die Augen und bemerkt, dass er, der Freund, erwacht ist. Müde schaut er sie an. War es das laute Stöhnen oder das Wackeln der Matratze? Sie weiß es nicht. Es ist auch egal, denn ihr Freund tastet nach ihrer Brust und beginnt mit der rechten Hand ihre linke Brustwarze zu kneten. Die andere Hand wandert sanft an ihrem Bauch herab, auf die Innenseite der Schenkel, zu ihrer vor Geilheit angeschwollenen, feuchten Vagina. Er staunt über ihre Bereitschaft und schiebt ihr sein hartes Ding kraftvoll hinein. Sie bebt! Der ANDERE ist vergessen…. - Vorerst.

Mittwoch, 18. Februar 2009

zwischenlandung teil 1

Die Zollbeamtin schloss die Tür zum Aufenthaltsraum hinter sich zu und lief mit dem gewaltigen Schritt einer Autorität gelangweilt und müde durch die Abfertigungshalle des Flughafens. Counter reihte sich an Counter und tausende Menschen warteten mit ihrem Gepäck auf ihren Check-in. Es war ein heißer Tag, und die Zollbeamtin schwitzte in ihrer Uniform. Die Mittagspause war vorbei. Jetzt musste sie nur noch zwei Stunden aushalten, dann würde sie abgelöst werden. Ihre Aufgabe war es, verdächtig aussehende oder auf irgendeine Art auffällige Reisende aus den Schlangen herauszuziehen und deren Gepäck zu überprüfen, gegebenenfalls auch ihre Kleider, und bei begründetem Verdacht sogar Leibesvisitationen durchzuführen. Letzteres hatte sie erst einmal tun müssen. Seitdem vermied sie diese Maßnahme unter allen Umständen. Lange Zeit hatte sie das Bild des Mannes und seine hasserfüllten und schmerzverzerrten Augen noch im Gedächtnis behalten, und sogar jetzt überkam sie noch ein flaues Gefühl des Ekels. Es war eine erfolgreiche Untersuchung gewesen, aber sie konnte gut auf diese rektal erworbenen Lorbeeren verzichten. Das überließ sie dann doch lieber ihren sadistisch veranlagten Kollegen, von denen es genügend gab.
Während sie die Wartenden begutachtete und mit ihren Kollegen und Kolleginnen ab und an bedeutungsschwangere Blicke austauschte, dachte sie an ihre Freundin und daran, dass sie sie heute Abend sehen und ausführen würde, denn sie waren nun mittlerweile seit sechs Jahren zusammen und abgesehen von den üblichen Abnutzungserscheinungen wägte sie ihre Beziehung eine glückliche. Zumindest redeten sie und lachten noch miteinander, und im Bett bekamen beide immer noch, was sie wollten, auch wenn es manchmal etwas statisch schien. Für Aufregung sorgte dann aber immer wieder der Einkaufsbummel zu ihrem Kiezsexshop, der überraschenderweise jedes Mal aufs Neue etwas für sie bereithielt, das ihnen in den folgenden Wochen den Schlaf raubte.
Die Polizistin überlegte gerade, ob ihre Freundin überrascht sein würde, wenn sie mit einem Strauss Blumen nach Hause kam, oder ob sie auch daran gedacht hatte, dass heute ein besonderer Tag war, als ihr eine Frau in einem schwarzen Minirock und einem grauen Blazer über einer weißen Bluse auffiel. Sie hatte Beine bis zum Hals und mit blonden Strähnchen durchzogene, halblange Haare. Ihr Gesicht war eher gewöhnlich attraktiv, hatte aber einen Blick, der sowohl Überdruss als auch Melancholie verhieß. Eine sehr sexy Kombination, dachte die Polizistin und schlenderte langsam zu ihr hin. Sie entschloss sich schließlich, die Dame mit der „verdächtigen“ Reisetasche zu bitten, ihr mit ihrem Gepäck in eines der Durchsuchungszimmer zu folgen. Es wäre nur reine Routine.
Die Frau schaute etwas überrascht, aber folgte der Polizistin ohne Diskussion. Sie hatte schließlich nichts zu verbergen, außer vielleicht – ein Gefühl der Scham überkam sie – hätte sie den Dildo doch nicht mitgenommen. Jetzt würde sie ihn auspacken müssen vor einer völlig Fremden, noch dazu einer Polizistin, die diese Geschichte wahrscheinlich überall und zu jeder Gelegenheit zum Besten geben würde. Aber vielleicht fand sie ihn ja auch gar nicht. Egal, die sahen wahrscheinlich noch viel komischere Sachen in ihrem Arbeitsalltag. Dildos konnten diese Leute bestimmt nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Das Zimmer war klein und erinnerte etwas an ein ranziges Hotelzimmer oder eher eine Gefängniszelle. Auf der linken Seite der Tür befand sich ein großer Spiegel mit einem Tisch davor, auf der rechten war ein winziges Waschbecken angebracht, was so aussah, als ob es monatelang keinen Putzlappen gesehen hatte. Darüber hing eine Art Medizinschränkchen aus hellblauem Plastik. Der Raum war dreckig, und zum ersten Mal war es der Polizistin ein wenig peinlich.
Wie befürchtet, musste die Frau ihre Reisetasche öffnen und sie von der Uniformierten, die sich aus dem Schränkchen ein paar Gummihandschuhe genommen und übergezogen hatte, durchsuchen lassen. Der Dildo war in Geschenkpapier gewickelt und ragte etwas kühn aus der Unterwäsche hervor. Als hätte man es mit irgendeinem Duftstoff oder einer grell blinkenden Neonbirne ausgestattet, fand die Polizistin den verdächtigen Gegenstand nach kurzer Zeit und hielt ihn ein wenig ratlos in der Hand, bevor sie die Frau aufforderte, das „Geschenk“ aufzumachen. Die Frau zögerte kurz, aber entblätterte den Dildo ohne eine Miene zu verziehen und hielt ihn der Polizistin unter die Nase. Ein verwegenes Grinsen umspielte kurz den Mund der Polizistin, die der Frau nach einer kleinen peinlichen Pause bedeutete, sie könne es wieder einpacken. Na und? Ich steh dazu, dachte die Frau und schloss den Reißverschluss ihrer Tasche, nachdem die Polizistin fertig war. Sie hatte halt gern Sex, je ausgefallener desto besser.
„Ich muss Sie noch abtasten. Beine schulterbreit auseinander und Arme ausstrecken!“ Das Lächeln auf dem Gesicht der Polizistin war verschwunden, also war es wohl kein Witz. Die Frau tat wie ihr befohlen und schaute ein wenig genervt an die Decke, während die Hände der Polizistin jeden Zentimeter ihres Körpers genau befühlten, etwas zu genau, wie die Frau fand, aber es störte sie nicht sehr. Im Gegenteil: sie fand Gefallen daran und fing an die Polizistin zu beobachten, die nun genau vor ihr stand und auf ihre Brüste starrte. Alles echt, darauf war die Frau sehr stolz. Ihre Arme wurden langsam schwer und sie fragte sich, wie lange das noch dauerte, als sie die Hände der Polizistin plötzlich auf ihren Brüsten spürte. Sie glitten nicht nur drüber, nein, sie tasteten sie ab wie beim Frauenarzt. Die Frau wusste nicht, ob sie eher empört oder erregt sein sollte, ließ sich aber außer einem Blick, der zwischen Unsicherheit und Entzückung schwankte, nichts anmerken.

to be continued...

get it on!



mit grüssen aus "unten/oben"

Mittwoch, 11. Februar 2009

töter könnt se nicht sein, die Hose.

So tot, dass ich noch nicht einmal lecker sexuelle phantasien entwickle. definitiv overworked and undersexed.
Betet für mich!

Samstag, 7. Februar 2009

zwischen tür und angel

Während die Kellnerin, mit der ich schon seit längerer Zeit intensive Blicke austausche, an mir vorbei zum Klo geht, treffen sich unsere Blicke erneut. Sie lächelt mir zu. Ein wenig verwirrt, aber hochgradig neugierig, gehe ich ihr wenig später ganz unauffällig hinterher. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll, ob es nur eine Einbildung war mit dem Flirt, aber ich muß es genau wissen.
Ich bin nervös und versuche krampfhaft, mir einen Schlachtplan auszudenken, damit ich den Schein des Zufalls wahren kann, um nicht in eine peinliche Situation zu kommen. Doch plötzlich stehe ich vor ihr. Sie ist über das Waschbecken gebeugt und schaut mich an. Wasser tropft ihr vom Gesicht und ihre langen schwarzen Haare fallen über ihre Schulter. Sie kommt einen Schritt auf mich zu, ihre Augen immer noch auf den meinen haftend, und nimmt sich ein Papierhandtuch, womit sie sich dann langsam und genüßlich abtrocknet. Ich stehe wie angewurzelt da und kann meine Augen nicht von ihr nehmen. Sie ist wunderschön. Ich versuche ganz locker und unverbindlich zurück zu lächeln, doch im selben Moment ist mir bewußt, dass das ein unmögliches Unterfangen ist.
Nach scheinbar einer Ewigkeit fange ich mich und setze mich in Richtung Klo in Bewegung. Dabei streife ich ihre Hand. Sie hält mich fest und zieht mich zu sich heran. Mein Herz pocht bis zum Hals und mein Kopf ist so blank wie ein weißes Blatt Papier. Ich spüre ihre Lippen auf den meinen, ihre Zunge in meinem Mund, ihre Hand auf meiner Hüfte. Ich brenne, unfähig ihre zärtlichen Berührungen zu erwidern. Sie schiebt mich sanft in das Klo und schließt die Tür. Mit dem Rücken zur Tür schaue ich sie an. Ich will sie, ihre Zunge, ihre Hände, ihre Brüste, ihren Bauch. Doch ich bin wie gelähmt, habe keine Ahnung, was ich tun soll.
Ihre schlanken, schönen Finger streicheln meine Hand und elektrisieren meine Haut. Sie drückt sich an mich und bedeckt mich mit Küssen. Ihre Hände sind überall – unter meinem Shirt, auf meiner nackten Haut – und wecken mich aus meinem Schlaf. Meine Sinne sind auf einmal hellwach, meine Hemmungen und Ängste verflogen. Ich lasse meine Zunge über ihre Lippen gleiten und küsse sie innig. Mit meinen Fingerspitzen zeichne ich die Konturen ihres Körpers nach und verweile hier und da. Das Spiel wird von Sekunde zu Sekunde intensiver, in meinem Kopf dreht sich alles.
Mit Leichtigkeit öffnet sie meinen BH und streichelt meine nun frei liegenden Brüste. Ihr Mund gleitet an meinem Körper hinab bis zu meinem Bauchnabel, wo sie die Spitze ihrer Zunge zärtlich kreisen läßt. Sie streift mir mein Shirt über den Kopf und meinen BH von den Schultern. Sie weiß genau, was sie tut und läßt ihren Mund und ihre Hände auf meinem Körper spielen und mich in eine Symphonie der Lust versinken.
Plötzlich saust die Türklinke nach unten, die Tür ist zum Glück verschlossen. Oh Gott, was nun? Erschrocken und völlig panisch schaue ich sie an. Sie ist auch erschrocken, fängt aber an zu lachen. Ich stehe halbnackt vor ihr und sie lacht. Ich sehe sie fassungslos an und beuge mich nach unten, um meine Sachen auf zu heben. Ich fühle mich elend. Ihr Lachen ist verstummt. Sie sieht mich mit einem warmen Lächeln an, als ob sie sagen wollte: Ich hab es nicht so gemeint. Ihre Hand berührt mein Gesicht und streichelt sanft meine Wange. Tränen schießen mir aus den Augen, ich sinke in ihre Arme.
Die Person, die uns unterbrochen hat, wird immer ungeduldiger. Sie klopft und schimpft. Wir öffnen die Tür und gehen wie selbstverständlich an ihr vorbei. Mein offenes Lächeln ist eingefroren, meine Hände verschweißt mit den ihren. Ich sehe an der Frau vorbei. Trotzdem spüre ich ihren Blick auf mir, wie sie mich von oben bis unten beäugt und uns pikiert nachschaut.
Draußen auf dem Gang löst sie ihre Hand von meiner. Jetzt kann uns jeder sehen. Sie lächelt mir noch einmal zu und läuft zu dem nächsten Tisch, wo ein älteres Ehepaar schon ungeduldig auf ihre Bedienung wartet. Kein Kuß, keine Telefonnummer, nur ihr Lächeln und die Erinnerung an ihre Zunge auf meiner Haut.

Mittwoch, 4. Februar 2009

nicht mein fall.

der typ war gar nicht mein fall und das genau war mein fall. schon von anfang an. unheimlich.

er hatte so eine liebe dunkle art, die mich heimlich schutz suchen ließ.
ich betrog meinen freund oft in gedanken, ich suchte die nähe des anderen, der das komplette gegenteil von dem war, was ich an meiner seite haben wollte, aber die gewissheit, dass ich eine beziehung führte und mir ein seitensprung moralisch zu abwegig wirkte, ließ mich mich sicher fühlen und ich belog mich zum zeitvertreib selbst ein wenig.
ich war mit beiden auf einer party, wir tranken zu viel. ein glück waren sie keine wirklichen freunde sondern nur saufkumpanen. ich hielt meinen freund im rechten arm, mit meiner linken hand langte ich an den arsch von dem anderen. er hielt meine hand fest. ich prüfte die situation zu meiner rechten.
ich fuhr nach der party mit meinem freund nach hause und dachte zu viel nach.
dann vergaß ich alles wieder und ließ mein leben weiter vor sich hin fließen.

einige zeit später hatte ich keinen freund mehr. und der andere rief mich während der arbeit an, weil er die neuigkeiten vernommen hatte. es war verrückt und unromantisch, wie ich dort hinfuhr und wir beide schon zu wissen schienen, wo wir hinwollten.
ich betrat sein zimmer und wusste, dass er nicht mein typ war. seine schwarzgefärbten emo-haare hingen ihm wild ins gesicht und seine wulstigen lippen lächelten, als ich meine schuhe auszog.
es war unerträglich heiß in seinem zimmer und ungemütlich, weil er rauchte und ich hing mit meinen blicken an seinem lippenpiercing und fragte mich, was ich hier tat, was ich wollte und ob ich das alles schön fand.
aber um adjektive zu suchen, wollte ich mir keine zeit nehmen, denn es war keine zeit für romantik, keine zeit für lyrik. wir schauten zwei filme, danach konnte er es nicht mehr erwarten und fing an mich zu küssen.
und es war erstaunlich gut. und es wurde auch immer heißer in seinem zimmer, unter meiner kleidung, unter seiner kleidung und ohne kleidung und seine starken arme hielten meinen körper, wie ich es schon lange nicht mehr gespürt hatte. diese kraftvolle bestimmtheit hatte mir gefehlt.
er wollte mit mir schlafen, ich hatte meine tage und schob das als grund vor, warum ich es stoppte. er fand es auf irgendeine pseudoverständliche art und weise okay und fing nun diplomatisch an, gespräche über lesbensex zu führen. es war merkwürdig. so halbnackt neben jemanden zu liegen, dem man auf plötzliche art und weise so vertraut war und sich über muschilecken zu unterhalten.
ich wollte nicht mit und schon gar nicht bei ihm schlafen und meine augen brannten wegen des rauchs und so fuhr ich nach hause. nachts um halb zwei. meine lippen brannten genauso als ich einschlief und das merkwürdig flaue aufregenden gefühl hielt auch noch den ganzen nächsten tag an, als ich nach groß döbbern zu arbeit fuhr.

der typ war gar nicht mein fall und das genau war mein fall. schon von anfang an. unheimlich.

Montag, 2. Februar 2009

wie sie bemerkte, dass "schön" vom betrachter abhängt

sie war erst achzehn und hatte die ganze welt vor sich liegen. bunt und weit und sättigend erschien sie, diese welt. raus da! rein ins wahre leben!

von nun an sollte das wort "schule" der vergangenheit angehören. draussen gedieh der sommer und alle fuhren in urlaub. eine sehr gute freundin war gerade aus den staaten zurück und wollte sie gerne mitnehmen nach mallorca. denn dort hatten die eltern der freundin eine kleine wohnung mit blick aufs meer. sie war entzückt von der idee, mit dieser freundin eine weile der grossstadt zu entfliehen: weg von den eltern, die ja schon so gespannt waren, was sie wohl mit ihrem leben anfangen würde, jetzt wo sie das abi so toll geschafft hatte...

also fuhr sie mit der freundin nach mallorca. eine woche, vielleicht auch zwei. es war wunderbar. blaue buchten, schroffe felsen und sonne, bis der abend kam. dann gingen sie immer in den ort. der war nicht weit und nicht sehr schön, aber es gab restaurants, bars und tanzschuppen, so weit das auge reichte. sie selbst dachte noch oft an einen sehr weichen menschen in grossen stadt, bis sie - wie die freundin - auch mehr und mehr auf die männer achtete, die sie und ihre freundin beim tanzen beobachteten. einer fiel ihr ganz besonders auf. er mixte ihr americano, so lange er noch campari hinter seiner bar hatte. er zeigte ihr auch die bilder, die er in einem goldenen Anhänger um den hals trug: seine frau auf der einen, sein kind auf der anderen seite. sie liess sich all das gerne zeigen, mit einem lächeln auf den lippen, das sie nicht mehr verliess, wenn sie in seine nähe kam. sie liess sich gerne von ihm beobachten, hätte mit ihm tanzen wollen, aber er, er hatte seinen platz und mixte ihr noch einen americano. sein name war paco.

die nächte waren lau. sie und ihre freundin kamen jeden abend an den ort zurück. sie meinte, für die verbleibenden tage ihren platz gefunden zu haben. jeden abend kam sie paco etwas näher. sie sprach kein spanisch. er sprach deutsch. die freundin teilte so einiges glas und manchmal auch das bett mit schwarzgelockten eroberungen. aber sie, sie blieb immer nur nahe bei der bar, um diesen paco nicht aus den augen zu verlieren. dann kam der letzte abend. die freundin liess sich von einem grossen schwarzgelockten umtanzen und sie, sie war dort, wo sie immer war, einen americano in der hand. als sie ihm sagte, dass dies ihr letzter abend sei, lud er sie ein, im morgengrauen wiederzukommen. dann, wenn alle türen verschlossen waren, würde er - nur für sie - den nebeneingang öffnen und sie hätten den ganzen laden für sich ganz allein. sie war beigeistert und versuchte, nicht zu überschwänglich zuzustimmen: "das wäre schön!"

bis fünf uhr morgens lief sie barfuss den strand auf und ab. er würde ihr bestimmt einen drink machen. er würde eine cd einlegen und endlich würde er mit ihr tanzen! sie konnte es kaum erwarten. der andere einst so weiche mensch war schon lange von der grossstadt verschluckt worden. in dieser nacht gab es nur sie und paco und americano. ein traum.

er öffnete ihr die tür. dabei schaute er sich um. dann verschloss er die tür. sie gingen nach unten. er führte sie, vorbei an der bar, in einen raum, den sie vorher nie gesehen hatte. er machte das licht an und schloss die tür. sie schaute sich ungläubig um: blassweisse wände, ein schreibtisch voller akten, ein stuhl und sonst nichts. kein bild, keine musik, kein indirektes licht und kein americano. wie um sicher zu gehen, dass sie nicht träumte, prüften ihre augen nochmal jede ecke und dann ihn. er knöpfte seine hose auf liess sie von alleine runterrutschen. dann schaute er ihr direkt ins gesicht und sagte bestimmt: "mach was schönes!"