Während die Kellnerin, mit der ich schon seit längerer Zeit intensive Blicke austausche, an mir vorbei zum Klo geht, treffen sich unsere Blicke erneut. Sie lächelt mir zu. Ein wenig verwirrt, aber hochgradig neugierig, gehe ich ihr wenig später ganz unauffällig hinterher. Ich weiß nicht, was ich erwarten soll, ob es nur eine Einbildung war mit dem Flirt, aber ich muß es genau wissen.
Ich bin nervös und versuche krampfhaft, mir einen Schlachtplan auszudenken, damit ich den Schein des Zufalls wahren kann, um nicht in eine peinliche Situation zu kommen. Doch plötzlich stehe ich vor ihr. Sie ist über das Waschbecken gebeugt und schaut mich an. Wasser tropft ihr vom Gesicht und ihre langen schwarzen Haare fallen über ihre Schulter. Sie kommt einen Schritt auf mich zu, ihre Augen immer noch auf den meinen haftend, und nimmt sich ein Papierhandtuch, womit sie sich dann langsam und genüßlich abtrocknet. Ich stehe wie angewurzelt da und kann meine Augen nicht von ihr nehmen. Sie ist wunderschön. Ich versuche ganz locker und unverbindlich zurück zu lächeln, doch im selben Moment ist mir bewußt, dass das ein unmögliches Unterfangen ist.
Nach scheinbar einer Ewigkeit fange ich mich und setze mich in Richtung Klo in Bewegung. Dabei streife ich ihre Hand. Sie hält mich fest und zieht mich zu sich heran. Mein Herz pocht bis zum Hals und mein Kopf ist so blank wie ein weißes Blatt Papier. Ich spüre ihre Lippen auf den meinen, ihre Zunge in meinem Mund, ihre Hand auf meiner Hüfte. Ich brenne, unfähig ihre zärtlichen Berührungen zu erwidern. Sie schiebt mich sanft in das Klo und schließt die Tür. Mit dem Rücken zur Tür schaue ich sie an. Ich will sie, ihre Zunge, ihre Hände, ihre Brüste, ihren Bauch. Doch ich bin wie gelähmt, habe keine Ahnung, was ich tun soll.
Ihre schlanken, schönen Finger streicheln meine Hand und elektrisieren meine Haut. Sie drückt sich an mich und bedeckt mich mit Küssen. Ihre Hände sind überall – unter meinem Shirt, auf meiner nackten Haut – und wecken mich aus meinem Schlaf. Meine Sinne sind auf einmal hellwach, meine Hemmungen und Ängste verflogen. Ich lasse meine Zunge über ihre Lippen gleiten und küsse sie innig. Mit meinen Fingerspitzen zeichne ich die Konturen ihres Körpers nach und verweile hier und da. Das Spiel wird von Sekunde zu Sekunde intensiver, in meinem Kopf dreht sich alles.
Mit Leichtigkeit öffnet sie meinen BH und streichelt meine nun frei liegenden Brüste. Ihr Mund gleitet an meinem Körper hinab bis zu meinem Bauchnabel, wo sie die Spitze ihrer Zunge zärtlich kreisen läßt. Sie streift mir mein Shirt über den Kopf und meinen BH von den Schultern. Sie weiß genau, was sie tut und läßt ihren Mund und ihre Hände auf meinem Körper spielen und mich in eine Symphonie der Lust versinken.
Plötzlich saust die Türklinke nach unten, die Tür ist zum Glück verschlossen. Oh Gott, was nun? Erschrocken und völlig panisch schaue ich sie an. Sie ist auch erschrocken, fängt aber an zu lachen. Ich stehe halbnackt vor ihr und sie lacht. Ich sehe sie fassungslos an und beuge mich nach unten, um meine Sachen auf zu heben. Ich fühle mich elend. Ihr Lachen ist verstummt. Sie sieht mich mit einem warmen Lächeln an, als ob sie sagen wollte: Ich hab es nicht so gemeint. Ihre Hand berührt mein Gesicht und streichelt sanft meine Wange. Tränen schießen mir aus den Augen, ich sinke in ihre Arme.
Die Person, die uns unterbrochen hat, wird immer ungeduldiger. Sie klopft und schimpft. Wir öffnen die Tür und gehen wie selbstverständlich an ihr vorbei. Mein offenes Lächeln ist eingefroren, meine Hände verschweißt mit den ihren. Ich sehe an der Frau vorbei. Trotzdem spüre ich ihren Blick auf mir, wie sie mich von oben bis unten beäugt und uns pikiert nachschaut.
Draußen auf dem Gang löst sie ihre Hand von meiner. Jetzt kann uns jeder sehen. Sie lächelt mir noch einmal zu und läuft zu dem nächsten Tisch, wo ein älteres Ehepaar schon ungeduldig auf ihre Bedienung wartet. Kein Kuß, keine Telefonnummer, nur ihr Lächeln und die Erinnerung an ihre Zunge auf meiner Haut.
How I Beat Bulimia, One Therapist At A Time
vor 10 Jahren
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