sie kannte ihn schon aus grundschulzeiten. damals guckte er immer etwas schüchtern und schräg unter seinen haaren hervor und sie beachtete ihn nicht weiter.
dann wurden sie älter und waren immer noch zusammen auf einer schule. sie hatte sich den coolsten typen der schule als freund geangelt und ihr grundschulbekannter bekam ne ganze menge schnitten an den start. doch sie und er blieben nur gute bekannte, fast schon freunde, als er in der band des cooolen anfing zu spielen.
sie mochte ihn immer mehr und schätze seinen gegenwart. er war easy to talk to. zu einer begebenheit wurde der coole deswegen sogar eifersüchtig, obwohl die beiden nur geredet hatten und es keinen grund gab – dachte sie zumindest.
und dann trennte sie sich vom coolen und die freundin des schüchternen trennte sich von auch. sie gingen zusammen in der übelsten kneipe frühstücken, nach einer durchfeierten nacht, morgens um 6 h, und besprachen alles. und es war immer noch nichts passiert.
jedes jahr sahen sie sich zu weihnachten mit all den anderen und es war gut. und dann sahen sie sich ten years after und tanzten und konnten nicht mehr voneinander lassen. erst war es spass, aber bluestanzen mit ende zwanzig ist ernst. und sie ließen sich die ganze nacht nicht mehr los. nicht, als sie in die stadt zum weiterfeieren gingen, nicht als sie am hafen saßen und die sonne aufging. erst als sie an der abzweigung zu seinem haus standen, gaben sie sich einen unschuldigen kuss.
sie war verwirrt und froh und sehr verwirrt. sie schrieben sich kurze e-mails.
und dann fuhr sie mit einer freundin in die großstadt. dort wohnte auch der coole, den sie schon lange nicht mehr gesehen hatte. in einer schnapslaune rief sie ihn an, ob er sie treffen wolle. er wollte und der andere war auch da. so zogen sie zu dritt durch die straßen und sie fühlte sich wie the bee's knees und the queen of the world. zwei schicke männer, die beide um sie warben.
nach einem tänzchen mit dem coolen ging sie mit ihm nach hause. sie zogen sich aus und knutschten wie vor zehn jahren. es war aufregend und auch vertraut. da klingelte es und er der andere kam. sie war schon nackt und betrunken. sie rauchten zusammen und der coole machte weiter, wo er aufgehört hatte.
der schüchterne sagte: „zugucken ist ja auch blöd.“ der coole sagte „dann mach doch mit.“ sie nickte. jetzt fühlte sie sich wie die königin des universums, zwei männer, die sie küssten und ihre muschi leckten, die sie vögelten und streichelten – zwei männer, die sie küsste und vögelte und streichelte. der eine altbekannt, der andere gerade frisch entdeckt.
irgendwann, als es schon hell wurde, fielen sie alle drei erschöpft in die kissen.
am morgen war nur das schlechte gewissen hellwach, aber sie bezwangen es mit dem versprechen, nichts zu sagen. und sie freuten sich und waren wohl auch stolz und durchgevögelt.
ein paar monate später sahen sie sich wieder, aber sie war zu nüchtern, um auf den vorschlag, die nacht zu wiederholen, ernsthaft einzugehen.
und dann traf sie den schüchternen, der ja gar nicht so schüchtern war, wieder. und es passierte nichts. und wieder und wieder. bis sie ihn traf und der vollmond schien und anscheinend die sterne günstig standen. sie gingen zusammen tanzen und knutschten und tanzten und ließen die hände nicht voneinander. als es hell wurde und die kaschemme alle rauswarf, wollten sie noch nicht nach hause fahren, also liefen sie bis sie an einen park kamen. dort knutschten sie und er fing langsam an, ihr an die wäsche zu gehen. sie war unglaublich erregt, wollte nicht nur von seinen fingern gevögelt werden, sondern richtig. ihr war alles andere, die gegenwart, die zukunft, herzlich egal. sie streichelten sich und waren gerade dabei, aus den klamotten zu steigen, als ein spaziergänger des weges kam. sie zogen schleunigst die hosen hoch und liefen eng umschlungen weiter. ein dreier mit einem unbekannten war ihnen dann doch zu heikel.
die stimmung sank, die sonne stieg. es kamen immer mehr spaziergänger, jogger, störer. sie knutschten und fummelten noch ein bisschen, doch an mehr war nicht mehr zu denken. wie schade, dachte sie, ich war so unglaublich scharf auf ihn. und das schönste waren seine hände – jetzt wusste sie, wie er damals die ganzen schnitten bekommen hatte – es war die mischung aus unschuldigem blick und unglaublicher geschicklichkeit mit seinen händen. und er sagte ihr, dass sie toll sei, er sich so leicht in sie verliebe, dass sie sexy und schön sei, dass sie strahle. und sie fühlte sich begehrt und gewertschätzt und versuchte, sich auch zu verlieben. aber dafür stand die sonne schon zu hoch. und sie trennten sich im taxi mit einem „bis bald“. und sie war traurig. seine freundin würde am nachmittag ankommen. ihr freund war sich noch nicht mal mehr sicher, ob er sie liebte.
eine woche später hörte sie das lied, zu dem sie getanzt hatten, dachte an ihn und die schlaflose nacht und schickte ihm eine nachricht. er antwortete ein paar tage später „es war schön, du bist wunderbar, hoffentlich bis bald“ und sie strahlte und fühlte sich nicht mehr ganz so verwundbar.
How I Beat Bulimia, One Therapist At A Time
vor 10 Jahren